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Gibt es Alternative zu Photoshop?

Als Multimediadesigner beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Bildbearbeitung oder Photomontage. Zumeist verwendet man heutzutage das Adobe Photoshop und für die Bearbeitung von Raw-Formaten das Adobe Lightroom. Viele stellen sich jedoch auch die Frage ob es eine Alternative Software Pakete gibt, um Kosten zu sparen. Besonders wenn man ein Freelancer oder sogar ein Hobbydesigner ist, will man monatlich keinen Beitrag für die Software, die man braucht bezahlen. Die Meisten glauben, dass es keine Alternative zu diesen Programmen gibt, wenn man ein ordentliches Ergebnis erzielen möchte. Sehr lange Zeit war ich der gleichen Meinung. Denn in den Ausbildungen, Fachhochschulen und Unis werden nur die Adobe Programme vermittelt.
Welche alternative Software stehen jedoch für Bildbearbeitung wirklich zur Zeit zur Auswahl? Für Raw-Bildbearbeitung sind meiner Einschätzung nach folgende Programme professionell nutzbar:

RawTherapee und Darktable kann man mit Lightroom von Adobe vergleichen. Wobei Darktable zusätzliche Funktionen anbietet, die ich bislang in keiner anderen Software gesehen habe. Darktable arbeitet nämlich mit Masken in einer sehr ausgereiften Weise. Das bietet dem Fotografen die Möglichkeit die Bildgestaltung schon in der Raw-Bearbeitungsphase sehr präzise zu definieren. Außerdem kann man hier auch andere Bildelemente einbauen, wodurch die Software teilweise auch zur Photomontage zu verwenden ist. Diese Techniken, sind aber nicht offensichtlich und müssen erlernt werden. RawTherapee bietet hingegen zumeist Werkzeuge, die man aus Photoshop und Lightroom kennt und erzielt damit solide Ergebnisse. Es bietet außerdem gute Denoise und Schärfeeffekte, endlose Gradationskurven, bequeme Nutzeroberfläche und Speicherung von Einstellungen.
Als ausgereifte Photomontage Werkzeuge, die ich als Alternative bezeichnen kann, sind folgende Software nennenswert:

Gimp ist eine Freeware und befindet sich seit vielen Jahren in Entwicklung. Es ist ein sehr solides und ausgereiftes Werkzeug mit einigen Einschränkungen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass man mit Gimp nahezu alles erzielen kann, was man mit Photoshop kreieren kann. Einige Werkzeuge, sowie die Auswahlwerkzeuge funktionieren meiner Meinung nach besser als bei Photoshop, was die Arbeitsweise schneller und angenehmer macht.
Nun kommen wir zu den Einschränkungen. Einige Effekte sowie zum Beispiel Schatten von einer Ebene zu erzeugen sind nicht vorhanden und dazu muss man zusätzliches Plugin aus der Gimp Bibliothek runter laden und selbst installieren. Das gleiche gilt für HDR, Stapelbearbeitung und andere Effekt. Doch einem geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul.

Zum Workflow kann ich sagen, dass Gimp etwas langsamer als Photoshop reagiert und man teilweise länger auf die Vorschau wartet. Eine weitere Einschränkung, die laut Gimp in der 3-ten Version behoben sein wird ist, dass sich die Bildbearbeitung nur auf 8-bit beschränkt. Das kann für viele abschreckend klingen, doch muss man sich überlegen, dass die Filme, die wir uns als mpeg4 oder als DVD anschauen auch auf ähnliche Qualität runter gerechnet sind. Das heißt, dass der Schnitt in hoher Auflösung in 12 bis 16 Bit statt findet und wird bei der Ausgabe runter gerechnet. Als Ergebnis sehen wir zumeist ein wunderschönes Bild mit vollen Farben. Das gleiche passiert mit dem jpeg, den wir fürs Internet erzeugen. Das finale Bild ist nur 8 Bit, doch ausschlaggebend ist die Qualität der Aufnahme und der Prozess der Bearbeitung. Das heißt, wenn man in der Raw Bearbeitung schon alles aus dem Bild rausholt und dieses als 16Bit Tiff speichert, so kann man es in Gimp ohne sichtbare Qualitätseinbussen weiter bearbeiten bzw. mit anderen Bildern kombinieren. Eine gute Neuigkeit für alle Gimp Benutzer ist, dass Gimp es plant  die Software Darktable als RawEditor in die Software zu integrieren. Mit der Version 3 wird Gimp schon womöglich ein wahrer Konkurrent von Adobe.
Affinity Photo ist eine Alternative, die zwar ca 50$ kostet, jedoch bezahlt man hierbei nur einmalig und bekommt lebenslange Updates. Wenn man die Software mit Photoshop vergleicht, so findet man wahrscheinlich kaum etwas, was diese Software nicht kann. Laut Funktionalität, die ich bislang gesehen habe, ist es ein erstaunliches Werkzeug, was keine Wünsche übrig lässt und in Zukunft womöglich viele Photoshop-Kunden abgewinnen kann. Denn Adobe fühlt sich in vielen Bereichen momentan als Alleinherrscher und diktiert die Regeln. Wie lange die es noch durchziehen könne, werden wir sehen.

                

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